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Hypnose

Historische Quellen belegen, dass bereits im alten Ägypten Praktiken existierten, die der heutigen Hypnose ähneln.

Im alten Ägypten nutzten Priester in sogenannten Schlaftempeln tranceähnliche Zustände, um Heilungsprozesse zu unterstützen. Dabei wurden Menschen durch rhythmische Gesänge, beruhigende Worte und rituelle Handlungen in einen veränderten Bewusstseinszustand versetzt. Auch im antiken Griechenland praktizierten Priester in den Asklepios-Tempeln ähnliche Methoden: Durch gezielte Suggestion und das Herbeiführen heilsamer Träume sollten körperliche und seelische Leiden gelindert werden. Diese frühen Formen der Trance gelten als Vorläufer der modernen Hypnotherapie.

Ab dem 18. Jahrhundert begann sich die Hypnose von ihrem mystischen Hintergrund zu lösen. Seither durchlief die Methode einen starken Wandel. Durch steigendes Interesse und die damit verbundenen Forschungen und Erkenntnisse entwickelte sich die Hypnose stetig weiter.

Der schottische Chirurg James Braid ging zunächst davon aus, dass Hypnose eine Form des Schlafs sei. Deshalb prägte er die Bezeichnung Neurypnologie (nervöser Schlaf) und entwickelte daraus später den Begriff „Hypnose" – angelehnt an Hypnos, den griechischen Gott des Schlafs. Gegen Ende seines Lebens revidierte Braid jedoch seine Auffassung und definierte Hypnose als „fokussierte Aufmerksamkeit und gesteigerte Vorstellungskraft". Er schlug vor, den Terminus durch „Monoideismus" zu ersetzen, doch die Bezeichnung „Hypnose" hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits durchgesetzt.

Dank moderner Technologie wie z. B. der Elektroenzephalographie (EEG), die die Hirnstromwellen und deren Veränderung während einer Hypnoseanwendung messen kann, ist es nun möglich, die Wirkung der Methode auf wissenschaftlicher Ebene festzuhalten.

 

Hier eine kurze Zusammenfassung der fünf verschiedenen Hirnstromwellen

Gamma (über 21 Hz)

Wellenmuster in Spannungssituationen. Unter hoher Adrenalinzufuhr blockieren Schaltstellen im Gehirn den freien Fluss von Impulsen – kreative Prozesse und positive Gedanken werden gehemmt.

Beta (14–21 Hz)

Wellen des normalen Wachbewusstseins. Wir sind hellwach, aufmerksam und konzentriert, denken, analysieren und sind aktiv. Auch Nervosität und Ängstlichkeit zeigen sich in diesem Bereich. Der REM-Schlaf ist ebenfalls hier angesiedelt.

 

Alpha (7–14 Hz)

Zeigen einen meditativen Zustand und Entspannung an. Wir haben Tagträume, lassen unserer Fantasie freien Lauf und befinden uns in entspannter, intuitiver Wachheit.

Theta (4–7 Hz)

Treten bei intensiven Tagträumen oder im ersten Schlaf auf. Das Stadium zwischen „Tag und Traum", in dem das Gehirn Tagesinformationen verarbeitet. Hin und wieder kommt es zu plötzlichen Eingebungen.

Delta (0,5–3 Hz)

Hirnstromwellen des Tiefschlafs.

Der Forschung zum Trotz kommt es auch heute noch vor, dass die in der Therapie angewandte Hypnose gerne mit Showhypnose verwechselt wird. Während diese der alleinigen Unterhaltung dient, zielt die therapeutische Anwendung darauf ab, in respektvoller Zusammenarbeit gemeinsam mit dem Klienten Lösungswege und Ressourcen zu finden, die im Alltag oft im Verborgenen bleiben. Auch wird teilweise angenommen, dass man während der Hypnose „ausgeliefert" sei und sich in einem Zustand absoluter Vulnerabilität befinde. Diese Annahme ist jedoch falsch. Eine Person, die sich in einem durch Hypnose erzeugten Zustand befindet, kann die Situation jederzeit willentlich unterbrechen.

Zusammengefasst ist Hypnose eine ganz besondere Art der Kommunikation, die den Raum (Trance) öffnet, um gewünschte, positive Veränderungen in der Zukunft zu ermöglichen.

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